
Oberkirch, 18. Oktober 2010
Goldmedaille für den Bauernhof Halde „Oase der Natur“ und die Lindenschule.

Im nationalen Wettbewerb „Biodiversität in der Landwirtschaft“ haben der Oberkircher Bauernhof Halde „Oase der Natur“ und die Lindenschule mit dem Projekt „Bio-Hof und Hof-Schule fördern Vielfalt“ eine Goldmedaille und ein Preisgeld gewonnen. Die Preisverleihung fand an der OLMA statt.
„Biodiversität braucht Landwirtschaft- Landwirtschaft braucht Biodiversität“. Unter diesem Motto haben AGRIDEA und die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft im internationalen UNO-Jahr der Biodiversität einen nationalen Wettbewerb ausgeschrieben. Gesucht waren herausragende, innovative und nachhaltige Leistungen und Produkte zugunsten der biologischen Vielfalt auf Schweizer Landwirtschaftsbetrieben. Das Projekt wurde finanziell unterstützt vom Bundesamt für Landwirtschaft, der Fondation Sur-la-Croix, dem Fonds Landschaft Schweiz, dem Bundesamt für Umwelt und dem Schweizerischen Bauernverband.
Der Bauernhof Halde „Oase der Natur“ und die Lindenschule nahmen gemeinsam am Projektwettbewerb teil. Die Nachhaltigkeit des eingereichten Projektes konnte für den Wettbewerb leicht aufgezeigt werden, da die Umwandlung des Bauernhofes Halde in eine Oase der Natur bereits 1995 begann als zum letzten Mal Bäume gespritzt wurden. Mit Engagement und trotz finanzieller Mindererträge setzte die Familie Habermacher zahlreiche Massnahmen zur Unterstützung der Natur um, so sind beispielsweise auf dem Areal alte Hochstammobstbäume zu sehen, zahlreiche Nistkästen wurden montiert oder entlang des Waldrandes wird ein Wiesenstreifen alternierend nur alle drei Jahre gemäht. Seit dem letzten Jahr ist der Betrieb Bio-Knospe-zertifiziert.
Der Hof erfüllt damit in idealer Weise Kriterien für den Standort der Lindenschule, welche als Gesamtschule für Kinder von 4 bis 16 Jahren eine Ganztagesbetreuung anbietet und die individuelle Vielfalt der Schülerinnen und Schüler gezielt fördert. Im Konzept der Lindenschule sind der tägliche Kontakt zur Natur mit all ihren Facetten sowie zur biologischen Landwirtschaft wichtige Bestandteile.
Der Projektwettbewerb von AGRIDEA gab den Impuls, den Standort noch naturgerechter und vor allem noch vielfältiger zu gestalten. So ist ein Biotop mit mehreren Weihern in Planung, welches zu einem Bestandteil eines Ringelnatterkorridors des Kantons wird. Zudem wird eine Wiese neu als Blumenwiese angesät, ein Wiesenbord wird zu einer Qualitätshecke umgewandelt und der Waldrand wird ausgelichtet, um die Vielfältigkeit zu erhöhen. In die Planung sind massgeblich Fachleute des Kantons involviert, welcher die Umsetzungen aus verschiedenen Projekten zur Förderung der Biodiversität mitfinanziert. Walter Trachsel als Beauftragter der Gemeinde Oberkirch wirkt bei der Koordination zwischen den involvierten Personen und Amtsstellen mit.
Auch die Schülerinnen und Schüler der Lindenschule sind wo immer möglich beteiligt, so beispielsweise bei der Zusammenstellung einer Rezeptsammlung für Urdinkelprodukte, beim Mahlen in der Mühle Geuensee, und beim Backen und beim Verkauf auf dem Chlausmärt in Sursee.